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Lied der Weite {Rezension}

von Kent Haruf

In einer Kleinstadt wird die 17 jährige Victoria von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt, weil sie schwanger ist. Damit das Mädchen nicht auf der Straße leben muss, überredet die Lehrerin des Mädchens zwei alte Viehzüchter, Victoria bei sich aufzunehmen. Die McPherons sind freundlich, aber wortkarg und leben schon sehr lange alleine. Sie machen ihre Arbeit immer gemeinsam und verstehen sich ohne Worte hervorragend. Sie gehen darauf ein, das Mädchen bei sich aufzunehmen. Damit verändert sich Einiges auf der Farm der Alten. 

Kent Haruf beschreibt das Leben in einer fiktiven Kleinstadt in Colorado, in der Nähe von Denver. Die Einwohner sind teilweise verschroben und haben noch nie viele Worte verloren. Er beschreibt seine Romanhelden mit knappen Worten und so Manches bleibt dem Leser verborgen. Alleine durch die Handlungen seiner Figuren, versteht man diese am Ende, oder kann seine Gedanken hinein interpretieren. Als Leser schwebt man förmlich über den Protagonisten. 

Haruf…
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Das verborgene Leben der Meisen {Rezension}

Ein (erstaunliches!) Meisenjahr... 
Ich konnte es nicht glauben, dass Meisen solch ein witziges und spannendes Leben führen. Andreas Tjernshaugen baute zwei Meisennistkästen, bestückte einen mit einer Kamera und wartete ab. Sein Vater war auch schon Hobbyornithologe, das hat wohl auf den Sohn abgefärbt. In seinem Garten, tummeln sich einige dieser gefiederten Gesellen. Er beobachtete, welche Kriterien sie anwenden, um den richtigen Partner zu finden. Sind Meisen eifersüchtig? Haben sie Probleme mit ihren Nachbarn? Und was ist ihre Lieblingsspeise? Welche Liedchen trällern sie und unterscheiden die sich von Meisen, aus anderen Gegenden? Wusstest du, das Meisen sehr hartherzig gegenüber anderen Vögeln sein können und das Blaumeisen eher in dem Nest einer Kohlmeise überleben können, deren Angewohnheiten übernehmen, als umgekehrt?
Andreas Tjernshaugen hat ein interessantes Buch über diese kleinen fliegenden Dinosaurier heraus gebracht. Spannend erklärt zu bekommen, welche Angewohnheite…

Dein perfektes Jahr [Hörbuchrezension]

Es ist möglich, sein Leben zu ändern…
Jonathan ist Verleger, und sein Leben in Hamburg ist langweilig und einsam. Nur das sieht er so gar nicht. Er ist jeden Morgen an der Alster joggen. Am ersten Tag des Jahres läuft er wie immer seine Runden und als er zurückkommt, findet er an dem Lenker seines Fahrrades einen Beutel mit einem schicken Filofax für das gerade begonnene Jahr. Jonathan wundert sich und schaut sich nach dem Menschen um, der diesen schönen Kalender verloren haben könnte.

Hanna, eine junge Frau, die voller Enthusiasmus steckt und sich gerade mit ihrer besten Freundin als Kindereventbetreuerin selbstständig macht, bekommt eine schlechte Nachricht von ihrem Freund Simon. Sie hatte auf einen Heiratsantrag gehofft und bekommt stattdessen erklärt, dass er sterben würde. Sie kann es nicht akzeptieren, dass er sich hängen lässt und kauft einen Filofax, den sie mit liebevollen, aufmunternden und Lebensbejahenden Unternehmungen und Zitaten für jeden Tag, bestückt. Dieser Kalende…

Wer ist B. Traven {Rezension}

Zwischen Fiktion und Realität
B. Traven ist Schriftsteller und ein Pseudonym, um ihn ranken sich viele Geschichten. Keiner weiß, wo er sich wirklich aufhält und wer er ist. Seine Bücher lesen sich abenteuerlich und es geht oft um Unterdrückung und Ausbeutung. 1947 wurde ein Buch von diesem Schriftsteller verfilmt. Besetzt mit großen Stars wie Humphrey Bogart. Angeblich soll der persönliche Sekretär von B. Traven dabei gewesen sein, damit der Film möglichst dicht an dem Buch blieb. Und genau da kommt unser Held Leon Borenstein, aus dem Roman “Wer ist B. Traven”, von Torsten Seifert, ins Spiel. Der ist nämlich Reporter. Eigentlich spezialisiert auf Polizeiermittlungen, schickt ihn sein Chef nach Mexiko, zu den Dreharbeiten von  “Der Schatz der Sierra Madre”. Dort trifft er den Schauspieler Humphrey Bogart, mit dem er oft Schach spielt und versucht über Umwege an den persönlichen Sekretär von Traven zu kommen. Allerdings wird Leon von einer umwerfenden Frau abgelenkt und verliert die Sp…

Eine meiner liebsten Buchhandlungen in Berlin

Darf ich dir eine meiner liebsten Buchhandlungen vorstellen? Eigentlich, wollte ich an der Aktion "Woche der unabhängigen Buchhandlungen" oder der Aktion von Silvia und Astrid "Meine Lieblingsbuchhandlung" teilnehmen. Ich wollte dir von meiner Buchhandlung um die Ecke erzählen, die mich schon seit Jahren begleitet. Da ich wieder einmal nicht mit meiner Zeit haushalten konnte, rann sie mir durch die Finger und ich wurde nicht fertig. Nun komm aber, lass uns mal schauen, wie es dort aussieht, was mir dort so gefällt.

Die Monster waren noch sehr klein, als wir dort unsere ersten Bücher ausgesucht haben. Damals hatte der Laden noch einen anderen Namen, aber die Mitarbeiterinnen waren fast die selben, wie heute. Die Kleinen waren meistens nicht aus dem Laden zu bekommen und blätterten in den Büchern, die in einer Kiste neben einem Schaukeltier stand. Auch als sie schon lesen konnten, kauften wir dort viele Bücher. Die Monster wollten immer noch Vorgelesen bekommen. Har…

Montana [Rezension]

Einsame Weite  …  bringt manch Einen auch schon mal um den Verstand  und der Eine, lässt seinen Unmut an den Kindern, der Frau oder auch an Fremden aus. Montana ist ein sehr weitläufiges Land. Und ohne Aussichten, wenn man in einem Städtchen lebt, in dem die Arbeit knapp, die Armut groß, oder die Umstände nicht  einfach sind. Pete Snow ist  in einer solchen kleinen Stadt, Tenmile, von Bergen und Wäldern eingeschlossen, Sozialarbeiter. Er kümmert sich um die Kinder von alleinerziehenden, drogensüchtigen Müttern, gewalttätigen Vätern oder ihren Liebhabern. Er entscheidet, ob die Kinder noch bei den Eltern bleiben dürfen oder sie vorübergehend in Übergangsfamilien, oder was noch viel schlimmer ist, in Heimen untergebracht werden müssen.  Pete steckt selber in einer Krise. Seine Exfrau macht sich mit der gemeinsamen 13 jährigen Tochter aus dem Staub. Er erfährt erst spät, dass die Pubertierende davon gelaufen ist. Pete versucht, das Mädchen mit allen Mitteln zu finden.  Nebenher hat er, …

Der gefährlichste Ort der Welt [Rezension]

Kennst du ihn, den gefährlichste Ort der Welt? 

Als wir Jugendliche waren, tobten wir uns ordentlich aus, wie die meisten unserer Freunde. Wir trafen uns auf Partys, knutschten mit Typen rum, die wir noch nicht so lange kannten. Tranken Alkohol, probierten hiervon und davon. Und das hatte zur Konsequenz, da ss man über dich redete. Das ärgerte, man versuchte beim nächsten Mal nicht wieder aufzufallen und die Momente der Zügellosigkeit verschwanden im Nirwana. Eine Zeitlang waren die Verfehlungen noch Thema, aber dann machte wieder jemand anderer Blödsinn und schon geriet man wieder in Vergessenheit. 
Aber heute gibt es Facebook, Twitter und Konsorten. Es werden Bilder ins Netz gestellt, die “besten” Freunde lächerlich gemacht. Bloßgestellt, in Situationen gezeigt, die zu meiner Zeit nur ein kleiner Kreis zu sehen bekommen hätte. Zugänglich gemacht, für die ganze Welt. Menschen, die den Angegriffenen gar nicht kennen,  mitkommentieren und die Seelen noch mehr angreifen. Man kann ja so…

Ich war Hitlers Trauzeuge [ Rezension ]

Laufen für den Führer
1000 km, mussten gelaufen werden, damit am Ende der Sieger, Adolf Hitler den Geburtstagsgruß überreichen durfte. Quer durchs Reich ging dieser Lauf. Täglich liefen die Athleten um die 50 km. In den “guten” Zeiten, liefen sehr viele Sportler mit. Auch, als schon alles verloren schien. 1944 startete noch einmal ein Trupp von über 70 Mann. Nur Vier von ihnen waren echte Athleten. Die Anderen, zusammengesucht, entbehrlich, was der Krieg und die Verteidigung des Landes zuließ. Unter ihnen, Harry. Ein Jude, der sich bisher, als “U Boot”, vor den Narzis verstecken konnte. Einkassiert, als er mit Anderen, versteckt Lebenden, gerade das Land verlassen wollte. Die Anderen, hatten kein so großes Glück an dieser Laufveranstaltung teilzunehmen. Sie würden, ohne Federlesen, einfach erschossen werden. Leni Riefenstahl, persönlich, schob den 23 jährigen in die Mitläufer, damit genügend Männer auf ihrem Film, den sie über den Lauf drehen wollte, dabei sind. 



Harry Freudenthal, …

Die Wurzel alles Guten [Rezension]

Auf der Suche nach dem verschwunden Vater, oder an der Wurzel gepackt 

Der Finne Pekka Kirnuvaara, getrennt lebender Familienvater, steht vor dem Problem, einen Zahnarzt zu brauchen. Er sitzt auf den Behandlungsstuhl und stellt fest, dass der Doktor glatt sein Bruder sein könnte. Und tatsächlich, sie haben den gleichen Vater. Die Brüder sind sehr unterschiedlich. Pekka ist sehr redefreudig und pflegt seine Zähne nicht. Esko Kirnuvaara, der Ältere, hält dagegen viel von der Pflege der Zähne. Klar, er ist ja auch Zahnarzt. Dafür ist er der Ruhige und redet nicht gerne. Die beiden Männer sind als Kleinkinder von ihrem Vater verlassen worden. Ihre Mütter waren nicht gut auf den Vater zu sprechen. Und doch wollen die Söhne herausfinden, wo der Vater abgeblieben ist und warum er sie allein gelassen hat. Sie machen sich auf die Suche nach ihrer Wurzel. 

Seine Familiengeschichte mit einer Wurzelbehandlung zu vergleichen, das ist schon mal ein besonderes Erlebnis. Der Autor hat die Kapitel mi…

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge [Rezension]

Verlorenes mit Geschichten

Der Titel hatte es mir wirklich angetan. Ich wollte dieses Buch einfach haben, denn wie oft verliert man etwas und ärgert sich dann, dass es nie wieder auftaucht. Nachdem ich die ersten Seite  gelesen hatte, war ich dann aber doch etwas enttäuscht. Unterhaltsam zwar, aber nicht das, was ich erwartet habe. 

Mr. Peardews sammelt eben alles von den Straßen auf, das irgendwie nach einem verlorenen Gegenstand aussieht. Ein Haargummi, eine alte Tasse, ein Freundschaftsbändchen und noch so einige seltsame Dinge. Auch eine Keksdose ist dabei, die mit Asche gefüllt ist. Asche, die eindeutig nicht aus einem normalen Ofen stammt, sondern vielleicht tatsächlich ein verbrannter Mensch zu sein scheint. Mr. Anthony Peardews trägt alles nach Hause und etikettiert, wo und wann er es gefunden hat. All das macht er, weil er selber etwas verloren hat. Ein  Liebespfand, das er von seiner Verlobten bekam. Am Ende stirbt Anthony und vermacht alles seiner Sekretärin Laura, der er …

Die Terranauten [Rezension]

Die TerranautenVon T. C. Boyle
1992 steht in Arizona, ganz in der Nähe von Tukson, eine Biosphäre. Eine Art Forschungsstation, die beweisen soll, dass es möglich ist, dass eine handvoll Menschen ohne Zufuhr von Lebensmitteln, Sauerstoff und sonstigen Dingen, überleben können. Die Menschen, die sich dort für zwei Jahre einschließen lassen, werden unter bestimmten Voraussetzungen ausgewählt. Und nur 8 werden die “Gewinner” sein. Unter welchen besonderen Gesichtspunkten die Terranauten ausgewählt werden ist nicht unbedingt ersichtlich. Sie müssen sich allerdings mit dem Erhalt dieser künstlichen Welt befassen können. Denn es wird nur den Strom von außen geben. 
Erzählt wird diese Geschichte von drei Personen. Dawn, einer hübschen Frau, die sich selbstbewusst darstellt. Ramsay, einem Kerl, der keinem Rock widerstehen kann und schon bei der kleinsten Anmache nur an Sex denken muss. Und Linda, die sich für nichts zu schade ist. Sie erzählen ihre Sicht auf die Ecosphäre. Dabei wird auch rec…

Mein Bücherherbst und eine Gewinnerin

Ich weiß, es ist noch nicht Herbst Aber so fühlt es sich für mich schon an. Mit dem Buch auf dem Schoß und einer Decke über den Knien, sitze ich auf meinem Balkon und freue mich, dass es wenigsten gerade nicht regnet. Im Moment lese ich noch die letzen Seiten von "Terranauten", dem letzten Werk von T.C. Boyle. Was ich davon halte, werde ich dir demnächst erzählen.

Die anderen Bücher warten schon. Eines davon, schiebe ich immer noch vor mir her. Aber "Montana" wird definitiv diesen Herbst endlich gelesen. "Ein angesehener Mann" ist mir bei einer meiner Bücherbloggerinnen aufgefallen. (Ich sollte mir wirklich aufschreiben, wer die Empfehlung gibt, damit ich diese Rezensionen auch verlinken kann) Die Rezi las sich so spannend, so dass ich es auch lesen wollte. Und das letzte Buch, das bekam ich vom Verlag und darf schon mal vorablesen. Irgendwie freue ich mich da schon eine Rezension zu schreiben. Der Schriftsteller ist ein erfolgreicher TV-Regisseur. Wenn …

Mein Beitrag zur Blogparade von "Angeltearz liest"

Letzte Woche bin  ich über einen Twitteraccount gestolpert. Angeltearz liest twitterte davon, dass wieder ein Blogger sich bei ihrer Blogparade "Du und dein Blog" vorgestellt hat. Einige davon, habe ich gelesen und stellte fest, dass ich mich noch nirgends wirklich vorgestellt habe. Klar, auf meinem "großen" Blog kann man einiges über mich nachlesen. Aber die meisten, die mein Lesezimmer besuchen, schauen nicht auf meinem Hauptblog vorbei und umgekehrt. Steffi, die Schreiberin von Angeltearz liest, hat einige Fragen gestellt, um das Miteinander in der Bloggerwelt wieder etwas positiver zu machen. Denn in letzter Zeit, kommt es wohl immer häufiger vor, dass untereinander nicht mehr so ein freundlicher Umgang herrscht. (Bisher hatte ich wohl Glück).
Sich allerdings mal vorzustellen, gefällt mir, also habe ich mir so ein paar Gedanken gemacht...


Wer bin ich? Eine gute Frage, aber weiß das wirklich jeder von uns? Klar, kann ich sagen wie ich heiße, dass ich Mutter von…

Wie weit kann man sich ignorieren?

Das wollen die doch gar nicht hören! Wem sollte ich es überhaupt erzählen? Wie soll ich es sagen? Das will doch keiner wissen! Ich werde das schon alleine auf die Reihe bekommen, so wie es in allem ist… So denkt Katharina, die Hauptdarstellerin in dem Buch: Sieh mich an  von Mareike Krügel
Einfach eine Liste schreiben, was ich noch zu erledigen habe und dann den normalen Wahnsinn weiter spielen. Nicht darüber nachdenken, dass dort in meiner Brust ein “Etwas” ist.  Wie würde ich wohl reagieren, wenn ich einen Knoten in der Brust entdecken würde, mit dem Wissen, dass meine Mutter, als ich 17 war, elendig an solch einem Gewächs gestorben ist? Wäre ich wie Katharina in dem Buch von Mareike Krügel? Würde ich es für mich behalten wollen und es “schon alleine schaffen". Vielleicht auch selber nachhelfen, bevor der Krebs mich auffrisst? Ich finde, es ein schwieriges Thema, vor allem, wenn man mit 40 noch zu jung zum sterben ist.


Katharina steckt in dem “normalen“ Wahnsinn einer Mutter. …

Blogtour Bella Italia, oder ein Buch zu gewinnen

Ziemlich alte Helden von Simona Morani

Heute nehme ich dich mal mit nach Italien. Genaugenommen, nach Apulien. Was, du weißt nicht wo das liegt! Das ist sozusagen der Hacken vom italienischen Stiefel. Dort leben schon seit ewigen Zeiten, in einem urwüchsigen Dorf, ein paar alte Männer. Einer ist schon über 90 und fast blind. Seinen Führerschein musste er unter Protest abgeben. Aber seine Kumpels, haben ihm zu einer  Ape verholfen, die mindestens so alt wie der Fahrer selber ist. Zum Ärger eines Polizisten, der neu in dem Dorf ist und sich immer noch nicht den nötigen Respekt verschafft hat. Die alten Kerle machen sich einen Spaß daraus, den Beamten zu folgen. Am liebsten würde der Polizist es sehen, wenn die alten Knacker in das neue Altenheim gesperrt würden.


Das Dorfleben ist in so herrlichen Farben beschrieben und es macht Laune, die alten Einwohner mit ihren Macken kennen zu lernen. Es sind allerdings nicht nur Alte in dem Dorf, es sind auch die Jungen, die ein wenig anders sind …